Arbeitskreis "Elektrophysiologie
des Knochens"
der
Deutschen Gesellschaft für Osteologie
Sprecher: Dr. U.G.
Randoll

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Gründung
und Ziele des Arbeitskreises 1993
Auf der 8. Jahrestagung der
DGO am 8. März 1993 in Bonn wurde auf Antrag von Dr. G.
Regling, Berlin und Dr.
U.G. Randoll, Erlangen, die Bildung
eines Arbeitskreises „Elektrophysiologie des
Knochens" der DGO beschlossen.
Am 4. Dezember 1993 fand das
erste Treffen des Arbeitskreises in Erlangen statt. Es
trafen sich Mediziner, Biologen und Physiker in den
Räumlichkeiten der Kieferchirurgischen Universitätsklinik,
Erlangen.
Neben der Präsentation der
fachlichen Themen war das wichtigste erklärte Ziel des
Treffens den Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit
zwischen Biologen, Medizinern und Physikern zu fördern.
Es herrschte Einigkeit
darüber, dass die Forschungskenntnisse der klassischen
Osteologie und Bindegewebsforschung mit den in den letzten
Jahrzehnten parallel erzielten physikochemischen
Forschungsergebnissen verknüpft werden sollten.
Als erkenntnistheoretische
Forschungsmodelle sollten dabei jene der „Kybernetik",
„Synergetik" unterlegt werden, da sie den
funktionellen und prozeßhaften Aspekt einzelner Zellen in
Regulations- und Reaktionsmöglichkeiten und in
Abhängigkeit der Randbedingungen lebensnäher zu
beschreiben erlauben.
Strukturen soweit wie möglich
in ihrer Eigendynamik zu betrachten, würde nicht nur den
Forschungskriterien genügen, die sich aus der „Nichtlinearen
Thermodynamik irreversibler Systeme" ergeben, sondern
eine vollkommen andere Forschungsqualität darstellen. Nicht eine Strukturforschung
an toter Materie, die häufig durch Artefakte überdeckt
ist, wäre Ausgangspunkt der Betrachtung, sondern die Frage,
welche funktionellen, ordnenden Prozesse beispielsweise
einer Zellstruktur oder Matrix zugrunde liegen.
Erste Darstellungen solcher
dynamischer Lebensvorgänge im vitalen, ultrastrukturellen Bereich wurden gezeigt, wobei die Bedeutung biologischer
zellulärer und molekularer Rhythmik eingehend diskutiert
wurde. Dabei wurden insbesondere die lebensnotwendigen
funktionellen und physiko-chemischen Eigenschaften der Kollagenfibrille deutlich.
Das Vorhandensein kohärenter
Schwingungsmöglichkeiten in biologischen Systemen lieferte
neue Lösungswege für die Reaktion der Biosysteme auch auf
sehr schwache elektromagnetische Strahlung
unterschiedlichster Frequenzbereiche.
Die Problematik
unterschiedlicher Biokompatibilität von Implantatmetallen
wurde diskutiert: Knochen und Bindegewebszellen umgebende
Spannungen, Ströme und Felder könnten direkt oder
beispielsweise durch RedOx-Potential- oder pH-Verschiebungen
das Zellteilungs- oder Zelldifferenzierungsverhalten sowie
Zellen des Immunsystems beeinflussen.
Bereits aus dieser ersten
Sitzung resultierte die notwendige Feststellung, dass die
klinische Medizin und Forschung in Zukunft enger mit der
physikalischen und zellbiologischen Grundlagenforschung zu
koppeln ist. ...."
(aus: Zschr. für Minimal
Invasive Medizin 5 (3) 143 (1994) )